Gustav in der Seegrotte Hinterbrühl

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Unser Wienerwald-Rucksack Gustav hat sich wieder auf den Weg gemacht.

Ich bin's wieder - euer Gustav. Diesmal mit einem neuen Ausflug im Gepäck - der Seegrotte Hinterbrühl. Das ehemalige Bergwerk beherbergt den größten unterirdischen See Europas und da ich wirklich tolle Fotos davon gesehen habe, möchte ich das selbst erleben.

Ich mache mich also bei wunderschönem Wetter auf den Weg, getreu meinem Motto „Raus aus der Stadt“. Durch den lästigen Verkehr gekämpft, komme ich nach etwa einer halben Stunde in Hinterbrühl an – welches dank der vielen Beschilderungen dieses beliebten Ausflugsziels sehr leicht zu finden ist. Mittlerweile hat die Seegrotte Hinterbrühl internationale Bekannntheit erreicht und wird täglich von Menschen aus Nah und Fern besucht. 

Ein echter Wienerwälder

Vor Ort angekommen, erwartet mich ein in großen gelben Lettern geschriebenes Schild, auf dem das Wort „Seegrotte“ prangt. An der Kassa schnell meine Niederösterreich CARD gezückt, bin ich sofort bereit für die Grottenführung, welche eine Bootsfahrt in dem unterirdischen See inkludiert und auf die ich schon sehr gespannt bin! Mein Guide Stefan, ein echter Wienerwälder, der bereits seit 15 Jahren eine Verbindung zur Seegrotte hat, wartet bereits auf mich und die anderen Gäste. Er erklärt uns gleich, dass wir heute nur eine kleine Gruppe sind, im Sommer manchmal bis zu 1000 Gäste vorbeikommen, um die Seegrotte zu besuchen.

Glück auf

Schnell noch ein Foto vor der Übersichtstafelund los kann’s gehen! Ein Schild mit den Worten „Glück auf“ weist uns den Weg in den Eingang und verrät gleichzeitig, dass es sich bei der Seegrotte um ein altes Bergwerk handelt. Hier wurde lange Zeit Gips abgebaut. Durch eine Sprengung im Jahr 1912 strömten 20 Millionen Liter Wasser in die Stollen und bildeten so dieses Naturdenkmal.

Zuerst wartet ein langer, enger und dunkler Tunnelauf uns, in welchem wir uns nur geduckt fortbewegen können. Langsam kann ich mich in das Leben der Bergleute einfühlen, die hier Knochenarbeit verrichtet haben. Verschiedene Szenerien verdeutlichen uns das Leben und Arbeiten damals. Die Seegrotte hat auch eine sehr dunkle Geschichte hinter sich, nämlich wurden im Zweiten Weltkrieg KZ Häftlinge hierher gebracht, die kurz vor Kriegsende Flugzeugrümpfe zusammenbauen mussten – schließlich war die Seegrotte bombensicher und gut versteckt.

Die 3 Musketiere

Das mystische und dunkle Ambiente faszinierte auch Hollywood und so diente die Seegrotte in den 90er Jahren für den Film „Die 3 Musketiere“ als Filmkulisse. Ganze 15 Minuten des Films, unter anderem die Gefängnisszenen, sollen hier stattgefunden haben. „Charlie Sheen und Kiefer Sutherland haben sich hier getummelt und auch das Drachenbootim unterirdischen See ist noch ein Original aus dem Film“, erzählt unser Guide Stefan sichtlich stolz.

Dorthin soll es auch als nächstes gehen. Über viele Stufen gehen wir hinab in die Tiefe, wo der verzweigte Seemit türkisblauem Wasser vor uns liegt. Ein großes „Wow“, ist der einzige Ausruf, sobald sich das Elektroboot langsam in Bewegung setzt und wir langsam jede neue Ausbuchtung des Sees erkunden. Der See wurde stimmungsvoll und mit Licht in Szene gesetzt und in mir kommt romantische Stimmung auf. Stefan erklärt uns, dass der See auch sein Lieblingsplatz hier ist.

Während Stefan uns nach der Bootsfahrt aus der Grotte führt, erzählt er uns, dass die Seegrotte auch einen Festsaal beinhaltet, in dessen Gemäuern kürzlich eine Taufe stattgefunden hat. „Der Name des Kindes war wohl Barbara, wie auch der Name der Schutzpatronin der Bergleute.“ Generell dreht sich in der Seegrotte viel um die Heilige, so auch die Uniform, die Stefan trägt. „Die Anzahl der Knöpfe auf meiner Uniformsymbolisieren die Lebensjahre der Heiligen Barbara. Die drei obersten Knöpfe müssen dabei offen bleiben, denn die stehen für die Dreifaltigkeit“, erfahren wir. Der Legende nach, ließ die Schutzpatronin in ihrer Gefangenschaft deshalb auch ein drittes Fenster in ihrem Turm einbauen.

Zum Schluss eine Stärkung

Ganz zum Schluss verrät uns Stefan noch einen Wandertipp: „Etwa 50 Meter neben der Seegrotte beginnt ein wunderschöner Wanderweg, der eine tolle Aussicht auf die Burg Liechtenstein bietet.“ Als echter Wanderrucksack will ich mir das nicht entgehen lassen, ich verabschiede mich von Stefan und bedanke mich für den spannenden Tag und den Einblick in dieses wunderschöne Naturdenkmal. Über Stock und Stein geht es bei wolkenlosem Himmel und gleißendem Sonnenschein los auf die Wanderung, auf der ich die Natur in vollen Zügen genießen kann.

Nach einem anstrengenden Tag kehre ich noch im geschichtsträchtigen Hotel Restaurant Höldrichsmühle ein, in welcher der Legende nach Franz Schubert zu seinem weltberühmten Lied „Der Lindenbaum“ inspiriert wurde und verkoste die sagenumwobene Schuberttorte.

Ein traumhafter Tag im Wienerwald geht zu Ende und ich mache mich auf den kurzen Heimweg, zurück in die Stadt.

Alle Informationen zu Öffnungszeiten, Preisen und Anreise findet ihr hier.