Die Pecherei war einst Lebensgrundlage für viele Familien in Niederösterreich, insbesondere im Triesting- und Piestingtal, wo die Schwarzföhren das Landschaftsbild prägen. Seit der Antike bis in die 1970er Jahre wurde Pech, das wertvolle Harz der Schwarzföhre, als Rohstoff für Farben, Lacke, Hautcremes und Arzneien genutzt. Die Einführung billiger Erdölprodukte ließ diese Tradition fast in Vergessenheit geraten. Doch heute erlebt die Pecherei eine Renaissance – dank der KEAföhrenen, einer engagierten Gemeinschaft, die sich seit 2013 für die Bewahrung dieses Kulturerbes einsetzt.
Der Begriff „KEAföhrene“ leitet sich ab vom umgangssprachlichen Wort „Kien“. Das sind die besonders harzreichen Teile der Föhre. Die „verkienten“ Teile des Baumes sind besonders dauerhaft und zäh und so werden im Dialekt Menschen mit scheinbar ähnlichen Eigenschaften als „Keaföhrene“ bezeichnet.
Mitten in den duftenden Schwarzföhrenwäldern des Triestingtals entsteht etwas Besonderes. Robert Rendl sammelt das goldgelbe Pech der Bäume, ein traditionelles Heilmittel, und verwandelt es in seiner Manufaktur in wohltuende Produkte wie Entspannungsbäder, Lippenbalsam und Seifen. Diese handgefertigten Schätze, die Regionalität und Nachhaltigkeit vereinen, können direkt im Onlineshop bestellt werden. Ein Spaziergang entlang des Pecherlehrpfads in Hernstein offenbart nicht nur den Ursprung dieser Naturprodukte, sondern auch eine eindrucksvolle Waldatmosphäre.