Komponisten

Folgen Sie Franz Schubert nach Hinterbrühl, wo er dem "Lindenbaum" ein Lied widmete, oder Mozart nach Baden, wo dieser einige Sommer verbrachte...

Christoph Willibald Gluck (1714-1787)

In seiner Wiener Zeit besaß der Komponist Christoph Willibald Gluck auch ein Landhaus in Perchtoldsdorf, wohin er sich gerne zum Komponieren zurückzog.

Christoph Willibald Gluck gilt als der erste international anerkannte Starkomponist. Vergangene Epochen haben ihn als Richard Wagner des 18. Jahrhunderts bezeichnet, und Wagner selbst, wie auch Richard Strauss, Mozart und Beethoven sahen in seiner Musik und Theorie den Beginn der modernen Bühnenmusik.

In seiner Wiener Zeit besaß der Komponist Christoph Willibald Gluck auch ein Landhaus in Perchtoldsdorf, wohin er sich gerne zum Komponieren zurückzog. 1783 empfing Gluck in Perchtoldsdorf Friedrich Reichardt, den Hofkapellmeister Friedrichs des Großen.

Johann Georg Albrechtsberger (1736-1809)

Mit sieben Jahren wurde der gebürtige Klosterneuburger Sängerknabe im Stift Klosterneuburg aufgenommen und lernte dort Orgel und Musiktheorie. Nach seiner Zeit als Chorknabe in Melk (1749-1753) studierte er Philosophie in Wien und befreundete sich mit Michael Haydn, über den er auch Joseph Haydn kennen lernte. Nach Stationen als Organist, Orgelbauer und Regens Chori in Raab (Györ), Maria Taferl und Wien wurde Albrechtsberger 1793 Domkapellmeister zu St. Stephan. In Wien hatte Albrechtsberger viele Schüler, sein berühmtester war Ludwig van Beethoven, über den er sagte: "[Er wird] ... nie was Ordentliches machen."

Das kompositorische Werk Albrechtsbergers umfasst 279 Kirchenkompositionen, 278 Werke für Tasteninstrumente, 193 weltliche instrumentale Werke, u.a. auch ein Konzert für Maultrommel, Streicher und Basso continuo. Albrechtsberger schrieb auch Kammermusik für das private Musizieren der Kaiserlichen Familie.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Wolfgang Amadeus Mozart verbrachte einige Sommer in Baden, wo er seine Frau Constanze während ihrer Kur besuchte. Constanze wohnte während ihres Aufenthaltes, wie auch schon zuvor die Frau Joseph Haydns, Maria Anna Haydn, beim Regens Chori des Kirchenchor St. Stephan zu Baden, Anton Stoll.

Aus Dankbarkeit für die Gastfreundschaft widmete Mozart ihm sein berühmtes "Ave Verum". Das Werk wurde in der Badener Stadtpfarrkirche uraufgeführt.

Franz Schubert (1797-1828)

Sein berühmtes Lied vom Lindenbaum ist angeblich der mächtigen Linde vor der Höldrichsmühle in Hinterbrühl auf den knorrigen Leib geschrieben - eine romantische Erzählung, die zwar nie nachgewiesen werden konnte, aber durchaus denkbar ist.

Johann Strauß Vater (1804-1849) & Sohn (1825-1899)

Der Komponist und Kapellmeister Johann Strauß Vater war vom Wienerwald magisch angezogen. So verbrachte er mit seiner Familie die Sommermonate in Salmannsdorf.

Anton Bruckner (1824-1896)

Das Stift Klosterneuburg bot Anton Bruckner ab 1869 eine gerne aufgesuchte Zufluchtsstätte vor seinen Wiener "Verfolgern". Eher kurios ist Bruckners Beziehung zum Stift Heiligenkreuz. Bruckner war von einer kindlichen Neugier. Um Näheres über die Tragödie von Mayerling zu erfahren, fuhr er im Februar 1889 extra mit dem Schlitten nach Heiligenkreuz. Natürlich berief sich der von Bruckner befragte Abt auf seine Schweigepflicht und gab nur zu, in Mayerling "zu einer ungewöhnlichen Stunde eine Leiche eingesegnet zu haben". Allerdings nutzte der Abt dann die Gelegenheit, diesen Orgelvirtuosen im Hause zu haben und bat Bruckner um eine Probe seiner Kunst auf der großen Festorgel der Stiftskirche.

Karl Millöcker (1842-1899)

Den größten Teil seines Welterfolges "Der Bettelstudent" komponierte Karl Millöcker in Baden. Die Partituren seiner Operetten befinden sich noch heute im Badener Rolletmuseum.

Carl Michael Ziehrer (1843-1922)

Carl Michael Ziehrer war der letzte k. k. Hofballmusikdirektor.

Karl Komzák (1850-1905)

Schon früh erkannte der Vater das Talent seines Sprösslings und unterrichtete ihn in Musiktheorie. Karl erlernte mit 11 Jahren Geige und das Dirigieren. Das Publikum liebte Komzák stets, weil er eine sympathische Ausstrahlung besaß und eine freundliche Natur hatte. 1893 übersiedelte Karl Komzák nach Baden, wo er die Leitung des Kurorchesters übernahm. Aus dieser Zeit stammt sein bekanntestes Werk, der Walzer "Bad'ner Mad'ln". Komzák verhalf dem Badener Kurorchester zu einer neuen Blüte; er unternahm unter anderem eine Konzertreise nach Missouri, USA. Komzák war damit auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen.

Joseph Schrammel (1852-1895)

Auch Joseph Schrammel war ein großer Bewunderer des Wienerwaldes. Mit seinem "Purkersdorfer Marsch" setzte er dem Wienerwald ein Denkmal.

Hugo Wolf (1860-1903)

Der bedeutendste Liedkomponist nach Franz Schubert wohnte einige Jahre im Haus der mit ihm befreundeten Familie Werner in Perchtoldsdorf. Das Gartenhäuschen, in dem Wolf seine Mörike-Lieder und das Spanische Liederbuch komponierte, ist heute noch zu sehen.

Arnold Schönberg (1874-1951)

Der berühmte Komponist und Begründer der Zwölftonmusik war ein begeisterter "Mödlinger", dirigierte den Mödlinger Gesangsverein "Freisinn", verbrachte die Sommermonate bei den Eltern seines Jugendfreundes David Josef Bach in Mödling und siedelte im Frühjahr 1918 nach Mödling in die Bernhardgasse 6, wo ihn auch große Zeitgenossen, wie Darius Milhaud und Francis Poulenc, besuchten. Dort ist heute das Schönberg-Haus als Museum und Veranstaltungsort zu sehen. 1999 wurde das Schönberg-Denkmal vor dem Museum der Stadt Mödling enthüllt.

Franz Schmidt (1874-1939)

Franz Schmidt, als Cellist Mitglied der Wiener Philharmoniker, lebte lange Jahre in Perchtoldsdorf. Von seinen Kompositionen sind vor allem die Oper "Notre Dame" und das Oratorium "Das Buch mit den sieben Siegeln" international bekannt.

Anton von Webern (1883-1945)

Von 1932 an lebte der erste und bedeutendste Schüler Arnold Schönbergs in Maria Enzersdorf. Um ein Haar wäre sein gesamter Nachlass, der in Kohlensäcken verwahrt war, verheizt worden, wenn nicht ein aufmerksamer Kohlenhändler aus Mödling Weberns Bekannten Werner Riemerschmied vom Fund verständigt hätte.