Der Busserltunnel

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Sehr kurzes Gspusi

Kühn durchstößt das »bedeutendste Bauobject« auf der Südbahnstrecke den 256 Meter hohen »Katzbüchel«.

Sein Erbauer Mathias Schönauer, Star-Eisenbahningenieur des 19. Jahrhunderts, verewigt auf dem Nordportal sein Motto: Recta sequi – Folge der Geraden!

Ein Tunnel zwischen Gumpoldskirchen und Pfaffstätten – lang genug für einen Kuss, zu kurz jedoch, als dass es sich lohnen würde, im Waggon das Licht aufzudrehen. Das weckt in einem anonymen Fahrgast der neu eröffneten Dampfeisenbahnlinie Wien – Gloggnitz anno 1841 amouröse Phantasien. Ob er seiner Sitznachbarin tatsächlich ein Busserl geraubt hat, womöglich auf der Jungfernfahrt, ist ungewiss. Der Kosename für den ersten österreichischen Eisenbahntunnel jedenfalls verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Sogar Arthur Schnitzler spricht in seiner Autobiografie über „das Glück eines zufälligen Zusammentreffens in einem Eisenbahn-Coupé“ samt spontanen Küssen im Schutz der unvermuteten Dunkelheit.

Heutzutage geht sich nur mehr ein Fünf-Sekunden-Kuss aus. Maximal. Es empfehlt sich daher, den Tunnel von außen zu besteigen und das Küssen in die Weingärten zu verlegen.

Hinweise
  • Adresse: zwischen Gumpoldskirchen und Pfaffstätten, 2514 Traiskirchen
  • Anfahrt: A 2 Ausfahrt Wiener Neudorf, B 17 folgen, in Guntramsdorf rechts abbiegen, bei Gartengasse links fahren
  • Tipp: In etwa 35 Minuten erreicht man zu Fuß das wunderschön gelegene Freigut Thallern (ca. 8 Minuten Fahrzeit).

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