Schauspieler:innen und Regisseur:innen
Im Wienerwald fanden zahlreiche Schauspieler:innen und Regisseur:innen wie Ferdinand Raimund, Johann Nestroy, Katharina Schratt und Max Reinhardt Inspiration und Ruhe. Diese Persönlichkeiten prägten die Kulturszene und hinterließen durch ihre Schaffenskraft einen bleibenden Eindruck, der bis heute spürbar ist. Ein Schauplatz, der sowohl Bühne als auch Rückzugsort für kreatives Schaffen darstellt.
Ferdinand Raimund (1790-1836) und Johann Nestroy (1801-1862)
Sein Hang zum Theater war so übermächtig, dass Ferdinand Raimund seine Konditorlehre abbrach, um einer wandernden Schauspieltruppe zu folgen. Während Nestroy die Kleinbürgerschaft aufs Korn nahm, agierte Raimund mit "zauberhaften" Volksstücken. Und ebenso wie Nestroy war auch Ferdinand Raimund ein ständiger Gast im Wienerwald. Die Nestroy-Aufführungen in Schwechat und Maria Enzersdorf haben bereits Tradition.
Katharina Schratt (1853-1940)
Die "Gnädige Frau", wie Kaiser Franz Josef die Gefährtin seiner letzten Jahrzehnte respektvoll nannte, war eine Tochter Badens und wohnte viele Jahre in Purkersdorf. Als Volksschauspielerin gefeiert und verehrt, half ihre warmherzige Freundschaft - und wohl auch stille Liebe - dem Monarchen, die Schicksalsschläge zu tragen, die ihn in der zweiten Hälfte seiner Regentschaft heimsuchten.
Max Reinhardt, geboren 1873 in Baden, war nicht nur Regisseur, sondern auch Leiter internationaler Bühnen und Gründer des renommierten Reinhardt-Seminars in Wien. Diese weltberühmte Schauspielschule formte zahllose Talente. 1920 initiierte Reinhardt in Zusammenarbeit mit namhaften Persönlichkeiten wie dem Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal, dem Komponisten Richard Strauss, dem Bühnenbildner Alfred Roller und dem Wiener Hofoperndirektor Franz Schalk die Salzburger Festspiele. Der Wienerwald war für ihn und viele andere ein Ort der Inspiration und des Rückzugs, an dem sich kreatives Schaffen harmonisch entfalten konnte.